Unter Präsentation wird heute oft sehr verkürzt nur die mit einem Präsentationsprogramm erstellte und vor Publikum projizierte Folienfolge verstanden. In aller Regel hat diese aber nur begleitende und unterstützende Funktion innerhalb einer umfassender verstandenen Präsentation von Ergebnissen wissenschaftlicher Arbeit vor einem mehr oder weniger sachverständigen Publikum. Die Anforderungen umfassen also
Seminarvorträge gehören zu den anspruchsvollsten Studienleistungen und verlangen die Berücksichtigung der folgenden Punkte:
Das Referat ist in der Regel eine schriftliche Arbeit, die zu einem bestimmten festgelegten Termin im Seminar zum Vortrag kommen soll. Allerdings kann ein Referat auch ganz ohne schriftliche Grundlage oder nur auf Basis einiger notierter Stichworte oder entlang einer Reihe von Präsentationsfolien gehalten werden. In manchen Disziplinen ist dies eher die Standardanforderung, in anderen dominiert die schriftlich ausgearbeitete Grundlage, zumal viele Seminarleiter vorher durchsehen wollen, was der Referent vorzutragen gedenkt. Die Themen für Referate beziehungsweise ihre Gegenstände werden in der Regel vergeben (und nicht von den Referenten bestimmt). Das heißt, sie sind vorweg vom Seminarleiter festgelegt und in eine Reihenfolge gebracht worden, in der sie dann im Semester nacheinander zum Vortrag kommen sollen.
Damit verbunden ist, dass der Seminarleiter meist eine recht genaue Vorstellung davon hat, was das Referat zu leisten hat. Das kann sich auf eine bestimmte Schwerpunktsetzung bei einem Thema beziehen, auf die Behandlung einer bestimmten Frage, deren Erörterung in den Mittelpunkt gestellt werden soll, oder auf die Auswertung bestimmter Literatur zum Thema.
Für die Qualität eines Seminarvortrags ist nicht entscheidend, was Sie „abgeladen“ haben, sondern was bei den anderen Studierenden „angekommen“ ist. Deshalb muss ein Vortrag anders strukturiert und formuliert werden als eine zum Lesen bestimmte Ausarbeitung. Sie müssen sich praktisch in die Situation Ihrer Zuhörer versetzen und sozusagen vom Zuhören her das zu Sprechende organisieren.
Neben der Frage, was Sie „rübergebracht“ haben, spielt bei Vorträgen immer auch der Eindruck eine Rolle, den Sie als Person auf Ihre Zuhörer machen. Darin liegt ja gerade das Aufregende, vielleicht Ängstigende, aber auch Herausfordernde dieser Situation:
Wenn möglich, sollten Sie Ihren Seminarvortrag frei halten, und zwar aus folgenden Gründen:
Natürlich gibt es auch Risiken und Nachteile:
Um die Vorteile des freien Vortrags zu nutzen und seine Risiken zu meiden bzw. zu mildern, sollten Sie Ihren freien Vortrag möglichst durch eine mediale Begleitung, zumindest aber durch Verteilung eines Handouts unterstützen.
Unter „Handouts“ werden auf Papier gedruckte oder geschriebene zusätzliche Informationen und Materialien verstanden, die den Zuhörer/innen eines Referats „an die Hand“ gegeben werden. Hier einige Informationen zu Handouts und Thesenpapieren:
Nicht jedes Papier, das die Seminarteilnehmer in die Hand bekommen, ist ein Thesenpapier, auch wenn es so genannt wird.
Ein Thesenpapier enthält Thesen, die zur Rückfrage, zum Widerspruch provozieren sollen.
Ein Papier, das Informationen liefert, die lediglich zur Kenntnis genommen werden sollen, ist kein Thesenpapier. Hier soll dafür die Bezeichnung Infopapier gebraucht werden. Ein Infopapier kann ein Referat unterstützen, indem es Informationen gibt, deren Vortrag im Referat ermüdend wirken würde (etwa Gesetzestexte) oder die in schriftlicher Form angemessener zu präsentieren sind (zum Beispiel Zahlenmaterial, Schaubilder). Ein Infopapier kann auch ein Thesenpapier unterstützen, wenn es Informationen enthält, die zur Kenntnis genommen werden müssen, um bestimmte Thesen (zum Beispiel Schlussfolgerungen aus empirischen Daten) überhaupt diskutieren zu können.
Die Unterstützung eines Referats durch ein Thesenpapier kann sich auf zwei Dinge beziehen:
Das Thesenpapier als Stütze des Zuhörers soll die wesentlichen Aussagen des Referats in Thesenform enthalten. Das eigentliche Referat kann dann so aufgebaut sein, dass die Thesen – wie auf dem Papier formuliert – vorgetragen und jeweils – über das Papier hinaus gehend – erläutert und begründet werden.
Eine These ist eine Behauptung. Sie soll Widerspruch oder das Verlangen nach einer Begründung provozieren. Da Thesen möglichst kurz und prägnant formuliert sein sollten (deshalb sind sie zur Strukturierung eines mündlichen Vortrags gut geeignet), bedürfen sie meist auch einer Erläuterung. Der These muss also im Referat eine Erläuterung und Begründung entsprechen. Eine These, die Sie in den Raum stellen, ohne ihr etwas folgen zu lassen, hat ihren Sinn verfehlt. Sie soll zu nachfolgenden Erörterungen überleiten und hat den Sinn, diesen eine Art Orientierungslinie mitzugeben. Eine vorausgeschickte These kann den Zuhörer zu größerer Aufmerksamkeit motivieren – vorausgesetzt natürlich, dass die These eine interessante oder provokante Behauptung enthält, also nicht banal ist.
Wenn Sie eine These aufstellen, die nicht die Einleitung, sondern den Abschluss eines Gedankenganges markiert, so hat dies nur Sinn, wenn sie zugleich als Einleitung in eine nachfolgende Diskussion gedacht ist. Auch in diesem Falle sollten Sie etwas zur Erläuterung und Begründung zu sagen haben und sich nicht mit der Einstellung: „Nun diskutiert mal schön; ich hab mein Teil geleistet“, zurücklehnen und abtreten. Wer eine These aufstellt, muss sich auch für sie stark machen.
Auf der anderen Seite können Sie eine These, von deren Plausibilität Sie zuerst ganz überzeugt waren, aber selbstverständlich auch ohne weiteres wieder aufgeben, wenn Ihnen Gegenargumente einleuchten. Das gehört zur wissenschaftlichen Redlichkeit. Eine wissenschaftliche Diskussion ist schließlich kein Kampf mit Siegern und Besiegten, in dem Sie versuchen müssen, unter allen Umständen die Oberhand zu bewahren.
Wenn das Thesenpapier an die Stelle eines Referates treten soll, dann bedeutet dies zweierlei:
Die Struktur solcher Thesenpapiere kann unterschiedlich aussehen:
Die lineare Abfolge:
These, Begründung der These –
2. These, Begründung dieser These usw.
Diese Form bietet sich an, wenn Sie im wesentlichen eine bestimmte wissenschaftliche Position – das kann auch Ihre eigene sein – in Thesenform vorzutragen und in der Diskussion zu begründen gedenken.
Sie sind durch die Thesenform in diesem Falle stark auf die referierte Position festgelegt und müssen praktisch als Sprecher eines anderen auftreten, auch wenn Sie dessen Position gar nicht teilen, müssen im letyteren Falle also eine Art „Advocatus diaboli“ spielen. Wenn Sie nicht Ihre eigene Position vertreten und sich auch nicht die referierte Position zu eigen machen, geraten Sie bei dieser Form in eine schwierige Lage, da Sie natürlich die fremde Position nicht so vertreten können, wie ihr Urheber es sicher könnte, andererseits sich aber auch nicht ohne Verlust von ihr distanzieren können, da aus einer Diskussion über Thesen, hinter denen niemand steht, schnell die Luft heraus ist.
Abfolge:
These, Begründung der These –
Gegenthese, Begründung der Gegenthese
2. These, Begründung dieser These –
2. Gegenthese, Begründung usw.
In dieser Form lassen sich gut kontroverse in der Wissenschaft vertretene Positionen zum behandelten Thema darstellen. Durch die ausgewogene Darstellung mit Pro und Contra können Sie selbst distanziert bleiben, auch wenn Sie sich eine der Positionen zu eigen machen.
Allerdings besteht bei dieser Form auch die Gefahr eines Eindrucks von Beliebigkeit: „Man kann eben alles so oder so sehen.“ Wichtig ist daher, die Positionen auch wirklich gegeneinander zu stellen und nicht nur nebeneinander. Das heißt, die Argumente zu den Thesen beziehungsweise Antithesen müssen sich wirklich aufeinander beziehen und dürfen nicht aneinander vorbeizielen.
Abfolge:
These, Begründung der These –
Gegenthese, Begründung der Gegenthese
Synthese, Begründung der Synthese –
2. These, Begründung dieser These –
2. Gegenthese, Begründung
erneute Synthese, Begründung usw.
Diese Form unterscheidet sich von den beiden anderen durch das Entwicklungsmoment. Während in der linearen Abfolge eine Position sozusagen einsam ihre Bahn zieht (erst durch die Diskussion kommt ein soziales Moment hinein), in der Kontroverse zwei Positionen einander starr gegenüberstehen (diese Starre wird wiederum erst durch die Diskussion gelöst), stellt diese Form des Thesenpapiers eine dialektische Entwicklung dar. These und Antithese kommen in Dialog, das heißt sie verharren nicht im Gegensatz, sondern gehen aufeinander ein. Im Idealfall kommen sie – aufgrund der gegeneinander vorgebrachten Argumente – zu einer gemeinsamen Position, der Synthese. Das bedeutet nicht einfach, dass sie ihre ursprüngliche Position verlassen haben. Sondern sie haben sich so modifiziert, dass sie miteinander vereinbar werden.
In einer solchen Bewegung kann man manchmal Entwicklungen in der Theorietradition nachzeichnen: Erst wurde von X die erste Position vertreten; dann von Y die Gegenposition; schließlich wurden beide Positionen aufgehoben in der Synthese, die Z geleistet hat. Vielleicht lassen sich auch zeitgenössische Positionen in dieser Weise darstellen, dass die Schule x gegen die Schule y theoretisch zu Felde zieht, während doch die Schule z gezeigt hat, dass ihr Gegensatz ganz überflüssig ist.
Oder Sie können Ihre eigene Position als Synthese zu einer bestimmten These-Antithese-Konfrontation darstellen. Das lässt eine Position immer stark aussehen. Ob sie es wirklich ist, hängt davon ab, ob sie eine wirkliche Synthese ist oder nur ein fauler Kompromiss, ein „mittlerer Weg“ oder dergleichen.
Kompromisse und „mittlere Wege“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie Gegensätze aufheben, indem sie das, was den Gegensatz ausmacht oder begründet, einfach ausklammern beziehungsweise zwischen zwei Extremen die goldene Mitte wählen. Das mag der Alltagspragmatik durchaus entgegenkommen, die sich Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten ersparen will. Es dient aber absolut nicht dem Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis. Dafür dass die Wahrheit immer in der Mitte liegt, gibt es keinerlei Grund. Warum sollte sie?
Was also ist ein wirkliche Synthese?
Zunächst einmal muss der in These und Antithese formulierte Gegensatz ganz ernst genommen und darf nicht verwässert werden. Dann muss der tiefere Grund dieses Gegensatzes herausgestellt werden. Bei diesem Zurückgehen oder In-die-Tiefe-Gehen wird sich herausstellen, ob in letzter Instanz unvereinbare Grundpositionen vorliegen, die sich niemals vereinbaren lassen werden, oder ob es bestimmte Annahmen, Zwischenargumente und dergleichen sind, die aus in der Tiefe gleichen Grundpositionen Gegensätze werden lassen.
Jede Position, die das Entstehen der Gegensätzlichkeit erklären kann, steckt selbst nicht mehr in diesem Gegensatz, sondern wird zur übergreifenden Position, die beide Argumentationslinien in ihr eigenes Argumentationsgeflecht aufgenommen hat
Auf den folgenden Seiten geht es um die mediale Unterstützung eines Vortrags durch eine Folienpräsentation:
Die Folienprojektion (zuerst als Overhead-Projektion von beschrifteten Folien, dann als Beamer-Projektion von digitalen Dokumenten) hat weitgehend ihre Vorgängerin, die Tafelanschrift, abgelöst.
Doch auch in Zeiten von Laptop und Beamer schwören viele Lehrende an den Hochschulen weiterhin auf die Tafelanschrift als optimale Technik medialer Unterstützung von Vorträgen. Und das aus guten Gründen.
Mathematiker z.B. bevorzugen die Tafel, weil sie hervorragend geeignet ist, die Entwicklung von Formeln über viele aufeinander folgende Ableitungsschritte vor den Augen des Publikums entstehen zu lassen. Solche Einsatzszenarien gibt es natürlich nicht nur in der Mathematik, sondern auch in anderen Disziplinen.
Ein gewaltiger Vorteil der Tafel ist zudem, dass sie durch ihre meist viel größere nutzbare Präsentationsfläche erlaubt, sehr viel mehr im Blick des Publikums zu lassen; alles, was im Laufe eines Vortrags auf die Tafel geschrieben wird, bleibt im Idealfall bis zum Schluss und gemeinsam mit dem später daraus Entwickelten sichtbar. So können größere Zusammenhänge auf einen Blick dargestellt werden, während Folienprojektionen die mediale Unterstützung in Portionen aufteilen müssen, die nacheinander ein- und ausgeblendet werden, aber nie zusammen sichtbar sind.
Leider allerdings müssen die Vortragenden beim Tafelanschrieb ihrem Publikum den Rücken zuwenden. Wenn sie dabei weiter vortragen, sprechen sie also zur Tafel. Der fehlende Blickkontakt kann die Verbindung zwischen dem Vortragenden und seinen Zuhörer/innen abbrechen lassen, vor allem wenn die Phase des Tafelanschriebs länger dauert und der Vortragende nicht mehr mitbekommt, wieweit seine Zuhörer/innen überhaupt noch bei der Sache sind.
Entwicklungen Schritt für Schritt vor Augen zu führen, ist selbstverständlich auch mit projizierten Folien möglich. Durch die relativ kleine Fläche einer Projektionsfolie sind die Möglichkeiten zwar beschränkter, aber die medialen Ausdrucksmöglichkeiten, die diese Technik bietet, erlauben Darstellungsformen von Entwicklungen, die an der Tafel nicht realisierbar sind, zumal die kalligrafischen und zeichnerischen Fertigkeiten der Vortragenden ihrerseits ebenfalls Grenzen setzen. Entwicklungsabläufe können durch nacheinander zusätzlich eingeblendete Elemente auf einer Folie oder gar durch Animationen sowohl eindrucksvoller als auch schneller vorgeführt werden, während der Tafelanschrieb da vom Publikum schon mal Geduld verlangen kann.
Im Zeitbedarf des Tafelanschriebs kann andererseits auch wieder ein Vorzug liegen, den gerade auch Lernende zu schätzen wissen: Er kann das Tempo des Voranschreitens im Stoff so verlangsamen, dass es leichter wird zu folgen, man mehr Zeit hat, zu erfassen, was dort vermittelt werden soll, es zu be- und durchdenken und so besser zu verstehen.
Und schließlich verlangt die Folienprojektion eine sehr genaue Planung des Ablaufs. Das gibt zwar Sicherheit und sorgt für den roten Faden. Aber es beschränkt auch die Möglichkeiten, spontan den Vortragsablauf insgesamt oder auch seine mediale Unterstützung zu ändern, weil einem beim Vortrag ein neuer interessanter Gedanke gekommen ist, den man gerne noch einfügen will, weil man an den Reaktionen des Publikums merkt, dass man besser einen anderen Vermittlungsweg beschreitet. Dies wird umso bedeutsamer, je mehr Dialog zwischen Vortragendem und Publikum stattfindet.
Sie sehen: Nicht immer ist der Einsatz neuerer Technik didaktisch sinnvoll. Auch wenn im Uni-Betrieb inzwischen die Computerprojektion von Präsentationsfolien Standard geworden ist, bleibt es im Einzelfalle eine Überlegung wert, ob nicht eine andere Medientechnik bessere Möglichkeiten bietet, Ihre Vermittlungsintentionen zu realisieren. Sie sollten sich in einem solchen Falle allerdings absichern, indem Sie das mit dem Seminarleiter entsprechend vorher besprechen; und indem Sie den ungeheuer guten didaktischen Sinn eines solch technisch „rückschrittlichen“ Medieneinsatzes explizit ausführen und so zeigen, welch kluge Gedanken Sie sich auch zu diesem Aspekt Ihrer Präsentation gemacht haben und dass Sie nicht blind technikgläubig der neuesten Mode folgen, nur weil das alle tun.
Es gibt speziell für diesen Einsatz gedachte „Präsentationsprogramme“ (wobei eines davon derzeit praktisch eine Monopolstellung hat). Mit ihnen lassen sich Folien-Projektionen („Präsentationen“ genannt) nach einer nicht allzu aufwändigen Einarbeitung schnell und komfortabel erstellen. Sie bieten umfangreiche Unterstützung zur Anreicherung Ihrer Präsentationen mit Grafiken, Bildern, Tabellen, Diagrammen, Audio, Video und Animation. Außerdem liefern sie fertige Vorlagen mit, um Ihren Folien ein einheitliches Aussehen mit grafisch gestalteten Hintergründen, standardisierter Anordnung der einzelnen Folienelemente wie Titel, Überschriften, Logos usw. zu verleihen. Die weltweite Dominanz des einen Präsentationsprogramms führt allerdings dazu, dass man, je mehr Präsentationen man mitbekommt, umso häufiger die benutzten Vorlagen wieder erkennt, was wie bei sich penetrant wiederholenden Werbeeinblendungen im Fernsehen zu einem Abwehrgefühl beim Rezipienten führt – aus Sicht des Vortragenden sicher keine günstige Wirkung.
Im Prinzip allerdings können Sie Computer-Präsentationen mit jedem Programm erzeugen, das Ihnen erlaubt, Inhalte seitenweise aufzurufen: mit Textverarbeitungsprogrammen ebenso wie mit Kalkulationsprogrammen, Desktop-Publishing-Programmen, Bildbearbeitungsprogrammen oder HTML-Editoren (Programmen, mit denen sich Webseiten gestalten lassen, die dann von einem Webbrowser dargestellt werden können). Insbesondere HTML-Editoren sind eine ernsthafte Alternative zu Präsentationsprogrammen, bieten sie doch ebenfalls einen riesigen Umfang an Möglichkeiten zur Anreicherung der Seiten mit Grafiken, Video usw., eben allem, was Sie auch auf Webseiten antreffen können.
Gewissensfrage: Begleiten Sie Ihren Vortrag durch eine Folienpräsentation? Oder begleiten Sie Ihre Folienpräsentation durch einen Vortrag? Sollen Ihre Folien im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen; oder wollen Sie als Vortragender die Aufmerksamkeit des Publikums gewinnen?
In der Regel sollten nicht die Folien, sondern sollte Ihr mündlicher Vortrag das „tragende Element“ Ihrer Präsentation sein sollten. Dann braucht auch nicht alles, was Sie zu vermitteln haben, auf den Folien enthalten zu sein; und Sie können die Funktion der Folien darauf beschränken,
Was Sie hingegen in der Regel vermeiden sollten, ist, Ihren Folien die Hauptlast der Vermittlung zu überantworten und selbst in Ihrem Vortrag lediglich die Folien zu kommentieren oder gar nur noch einmal zu sagen, was man sowieso sieht.
Zur Foliengestaltung gehören:
Wie bei der Gestaltung von Textdokumenten sollten Sie auf eine gewisse Einheitlichkeit achten:
Es ist sinnvoll, sich bei der Foliengestaltung an Seh-Erwartungen des Publikums zu orientieren, damit es gleich „im Bilde“ ist und nicht erst suchen muss, wo auf der Folie sich welche Informationen finden. (Es kann auch sinnvoll sein, das gerade nicht zu tun, um besondere Aufmerksamkeit zu erzielen. Aber wie immer bei Regelbrüchen, sollten Sie diese sehr bewusst und überlegt einsetzen; und nicht nur, um irgendwie originell oder anders zu sein.) Die Seh-Erwartungen sind heute stark geprägt von Standards, die bei der Gestaltung von Web-Seiten verbreitet sind: Im Kopf der Seite steht so etwas wie ein Titel oder Thema, links findet sich die „Navigationsleiste“, die zugleich eine Art Inhaltsverzeichnis ist; und am unteren Bildschirmrand steht, von wem diese Seite stammt. Diese Einteilung in vier Bereiche können Sie auch der Foliengestaltung zu Grunde legen (vgl. Abb.).
(1) Im Kopfbereich, der sich über die ganze Folienbreite erstreckt, steht das Thema, zu dem Sie vortragen. Sie können dort zudem auch die Lehrveranstaltung nennen und das Datum des Vortrags. Dieser „Header“ kann für jede Folie gleich bleiben.
(2) In einer linken Spalte steht die Gliederung bzw. das Inhaltsverzeichnis. Dort können Sie jeweils sichtbar machen, in welchem Abschnitt, Kapitel oder Gliederungspunkt Ihres Vortrags man sich mit der jeweiligen Folie gerade befindet. So behält das Publikum immer die Übersicht und die Orientierung im Ablauf.
(3) Im Fußbereich der Folie steht der Name des Vortragenden. Hier können Sie alternativ auch die Lehrveranstaltung und das Datum des Vortrags angeben, statt sie mit in den „Header“ zu nehmen. Oft wird rechts unten auch angegeben, die wievielte von wie vielen Folien gerade projiziert wird. (Dies ist nur sinnvoll, wenn Sie auch wirklich alle Folien zeigen; zeigen Sie nur eine Auswahl, irritiert dies Angabe nur.)
(4) Was bleibt, ist die Fläche für die zu präsentierenden Inhalte.
Als für die Bildschirmdarstellung geeignete, da gut lesbare Schriftarten haben sich serifenlose Schriften erwiesen. Das hängt zum einen mit der geringeren „Auflösung“ zusammen, die auf Bildschirmen und bei Projektionen heute (noch) darstellbar sind, worunter die Feindarstellung von Serifen vor allem bei kleinerer Schrift leidet.
Das Problem der unzulänglichen Feinzeichnung von Serifen wurde allerdings behoben, indem neue Serifenschriften entwickelt wurden, die speziell für die Bildschirmdarstellung geeignet sind, da deren Serifen so prägnant ausgeprägt wurden, dass sie die geringere Auflösung sozusagen heil überstehen. Am Bildschirm macht das ja auch Sinn, weil dort auch schon mal größere Textmengen dargestellt werden und so die den Blick leitende Funktion der Serifen zum Tragen kommt. Bei Folienprojektionen wird dies zwar weitaus seltener benötigt; dennoch sind solche Serifenschriften (Beispiel: Georgia) somit auch dafür gut verwendbar.
Beim Schrifteinsatz kommt es nicht nur auf die Lesbarkeit an, sondern auch auf die „Anmutung“: sachlich, verspielt, plakativ, seriös, wuchtig usw. Ich vermute, dass Sie bei der Präsentation von Ergebnissen Ihrer wissenschaftlichen Arbeit in der Regel eher einen sachlichen Eindruck erzielen wollen. Comic-Schriften oder aus Handschriftformen abgeleitete Schriften sind daher ungeeignet.
Wenn Sie mit Ihrem eigenen Notebook/Laptop projizieren, haben Sie die von Ihnen verwendeten Schriften verfügbar. Wenn Sie aber Ihre Präsentation lediglich auf einem Datenträger mitnehmen und auf einem fremden Computer laufen lassen, ist nicht sicher, dass alle Schriften, die Ihnen persönlich zur Verfügung standen, dort auch installiert sind. Sollten Sie seltenere, ausgefallene Schriften verwenden, müssen Sie das überprüfen; oder eben doch vorsichtshalber eine der überall verfügbaren Standardschriften wie die Verdana verwenden.
Die Wahl der Schriftgröße ist natürlich in hohem Maße abhängig davon, wie groß die genutzte Projektionsfläche ist und wie weit die Zuhörer/innen von ihr entfernt sind. Daher lassen sich dafür keine eindeutigen Maße angeben. Meist dürfte in normalen Seminarräumen eine Schriftgröße von 18 Punkt hinkommen.
Typografen empfehlen für Bildschirmdarstellungen und Projektionen etwas größere Laufweiten der Schriften und etwas größere Zeilenabstände (eher 30% als 20%) als bei gedrucktem Text.
Am Bildschirm und bei der Projektion soll die Zeilenlänge 35 Zeichen möglichst nicht überschreiten. Daraus ist schon ersichtlich, dass die gleichzeitig auf einer Folie darstellbare Textmenge sehr reduziert ist und Sie darauf achten müssen, Ihre Inhalte entsprechend aufzuteilen, ohne dass sie allzu sehr zerstückelt werden und der Zusammenhang verloren geht.
Schwarz auf Weiß ist nicht zufällig Standard beim gedruckten Text. Grundsätzlich gilt auch für Projektionen, dass der Schwarz-Weiß-Kontrast für die Lesbarkeit von Text am günstigsten ist (übrigens auch bei invertierter Darstellung, also Weiß auf Schwarz). Farbe sollten Sie also vorsichtig einsetzen; als Hintergrund für schwarzen Text nur möglichst helle Farben, als Hintergrund für weißen Text nur möglichst dunkle Farben. Bedenken Sie außerdem immer, dass die Farbwirkung bei der Projektion höchstwahrscheinlich eine völlig andere ist als auf Ihrem Bildschirm zu Hause, und zwar meist deutlich weniger „schön“. Ihr warmes Rot erhält plötzlich einen kalten Blaustich; ihr sanftes Gelb wird zu einem giftigen Grün; die Helligkeitswerte stimmen nicht mehr usw.
Auch die Beleuchtungsverhältnisse im Vortragsraum spielen eine große Rolle. Bei Tageslicht sinken die Kontrastwerte durch Überstrahlung ohnehin ganz erheblich; und selbst bei Abdunkelung oder nach Einbruch der Dunkelheit erreichen sie nie den Umfang wie bei Ihnen auf dem Bildschirm.
Unsere Empfehlung ist daher, dass Sie es für den Folienhintergrund bei Weiß belassen; entsprechend bei der Schriftfarbe bei Schwarz. Um die verschiedenen Bereiche der Folie voneinander abzusetzen, sollten Sie eher Linien als unterschiedliche Farbhintergründe verwenden. Farbe sollten Sie nur einsetzen, um im Text bestimmte Passagen hervorzuheben (verwenden Sie dann dafür immer die selbe Farbe), entweder indem Sie den Text mit Farbe hinterlegen (analog zu einem Textmarker) oder indem Sie den Text selbst farblich hervorheben. Beide Weisen der Textauszeichnung vermindern den Kontrast von Text und Hintergrund; daher: möglichst helle Farbe zum Hinterlegen; möglichst dunkle Farbe für den Text.
Farbe können Sie in Ihre Folien außerdem durch den Einsatz illustrierenden Bildmaterials oder von Grafiken bringen, welche Strukturen oder Prozesse visualisieren. Achten Sie aber auch hier immer darauf, dass die Kontraste aneinander stoßender Farben groß genug sind.
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, heißt es so schön – und unzutreffend. Natürlich spricht ein Bild uns anders an als ein Text, vor allem unmittelbarer, weil es direkt über die Sinne wirkt und auch ohne, dass wir nachdenken, in uns etwas bewirkt: Vorstellungen, Assoziationen, Emotionen. Ein Text kann nicht nur geschaut, er will erst gelesen werden; eine intellektuelle Operation wird nötig, damit er Wirkung entfaltet; diese ist daher mittelbar, nämlich vermittelt über ein Verständnis des Textes. Bild und Text lassen sich daher nicht gegeneinander ausspielen, wie es das obige Zitat tut. Sie haben unterschiedliche Funktionen und Wirkungen. Ein Bild sagt keineswegs „mehr als tausend Worte“, sondern es sagt etwas anderes als tausend Worte. Ob ich also ein Bild gebrauche oder tausend Worte, hängt davon ab, was denn „gesagt“ werden soll. Und da kann es genauso nichts sagende Bilder wie nichts sagende Worte geben.
Text hat manchmal das Ziel, im Rezipienten eine bildhafte Vorstellung entstehen zu lassen, beispielsweise
Solche Vorstellungsbilder benötigen wir, um sozusagen „auf einen Blick“ das Ganze, das in einem Text sukzessive (sequentiell) entwickelt wird, zu erfassen und uns merken zu können. Grafiken können helfen, solche das Verständnis erleichternde Vorstellungsbilder zu entwickeln bzw. abzugleichen, ob und wieweit das eigene Vorstellungsbild mit dem übereinstimmt, das der Vortragende entstehen lassen möchte. (Übrigens ist es auch für den Vortragenden sehr hilfreich zu versuchen, solche Grafiken zu entwickeln, weil es ihn nötigt, sich über die Struktur seiner Überlegungen klarer zu werden.) Rückfragen zu Struktur- und Prozessgrafiken decken oft grundlegende Verständnisprobleme oder Missverständnisse auf.
Man muss allerdings bedenken, dass Grafiken auch Missverständnisse erst erzeugen können, weil die verwendete Symbolik mehrdeutig ist. Ein Pfeil, der von einem Objekt A zu einem anderen Objekt B führt, mag z.B. heißen: A impliziert B (auf A folgt notwendig B); A verweist auf B (zum Verständnis von A siehe B); A geht B zeitlich voraus (B folgt A nach); A richtet sich auf B (B ist Objekt von A) usw. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Publikum intuitiv Ihre Symbolsprache genau richtig versteht; erläutern Sie, was die von Ihnen verwendeten Symbole bedeuten sollen.
Wissenschaftliche Inhalte sind oft recht abstrakt. Auch wenn man sie kognitiv-intellektuell versteht, ist nicht unbedingt damit verbunden, dass man sie hinsichtlich ihrer Lebensbedeutsamkeit einordnen kann. Namen von Autoren, historische Zeitangaben, Ortsangaben – es hilft zu verstehen, dass solche „Daten“ in Lebenskontexte eingebunden sind, wenn man ein Portrait dazu sehen kann; wenn das Leben der Zeit durch Abbildungen vor Augen geführt wird, wenn die Ortsangabe illustriert werden kann.
Setzen Sie nicht Bilder ein, um Ihre Folien lediglich „aufzuhübschen“ und irgendwie interessanter aussehen zu lassen. Überlegen Sie, welche Funktion die Grafik oder das Bild erfüllen soll hinsichtlich der Vermittlungsintention, die Sie mit Ihrer Präsentation verfolgen.
Animationen sind Veränderungen auf der Folie, die nicht durch Folienwechsel bewirkt werden. Präsentationsprogramme bieten Ihnen Möglichkeiten zur Animation von Objekten auf der Folie an: von Text ebenso wie von grafischen und Bild-Elementen. Auch hier gilt: Animationen sollten Sie nur einsetzen, wenn Sie sich darüber Rechenschaft abgelegt haben, welche hilfreiche Funktion sie haben.
Unter die hilfreichen Funktionen zählt nicht, dass durch die Animation dem Publikum imponiert und die mediale Kompetenz des Vortragenden demonstriert werden soll. Hilfreich ist die Animation, wenn sie der Vermittlungsintention dient: durch Veranschaulichung etwas verständlicher macht; oder es dem Publikum erleichtert, bei der Sache zu bleiben.
Wie Grafiken können Animationen vor allem Prozessverläufe sehr gut veranschaulichen. Elemente erscheinen nacheinander auf der Folie; Pfeile gehen von Objekten aus und erstrecken sich hin zu anderen Objekten; Objekte verändern ihren Ort auf der Folie; Objekte wachsen und schrumpfen oder verschwinden; Vernetzungen zwischen Objekten entstehen usw.
Animationen sind – sparsam eingesetzt – auch legitim, um die Aufmerksamkeit des Publikums wieder zu fesseln, wenn sie verloren zu gehen droht; was sich bewegt, zieht unwillkürlich unseren Blick an. Sie können aber auch, wenn dem Publikum deutlich wird, dass sie keine in der Sache begründete Funktion haben, schnell als störende und nervende Ablenkung vom Wesentlichen empfunden werden.
Was Sie auf jeden Fall vermeiden sollten:
Der einfachste Übergang von einer Folie zur nächsten besteht darin, dass die eine Folie ausgeblendet und die nächste eingeblendet wird. Dieser Übergang kann abrupt geschehen oder durch eine gewisse Überblendungszeit weicher gestaltet werden. Auch für Folienübergänge bieten Präsentationsprogramme eine ganze Reihe von Möglichkeiten an. Folienübergänge haben anders als Animationen praktisch nie eine das Verständnis erleichternde Funktion; entweder sind sie so zurückhaltend, dass man sie als solche gar nicht registriert; oder sie betonen den Übergang zur nächsten Folie durch mehr oder weniger aufmerksamkeitsheischende Sensationen und unterbrechen somit den inhaltlichen Fluss der Präsentation.
Damit ist auch schon angedeutet, wie Sie Übergänge sinnvoll einsetzen:
Merkbare Übergänge sind auffälliger und sollen es ja auch sein: Es soll auffallen, dass ein Einschnitt erfolgt. Aber auffällige Übergänge können sich auch abnutzen, je auffälliger/sensationeller, desto schneller.
Sie sollten die Übergänge einheitlich gestalten und insbesondere für die auffälligen Übergänge nur eine Form verwenden.